Yorkshire Terrier, Australian Silky Terrier

Yorkshire Terrier

Einen Yorkshire Terrier stellen wir uns oft als anlehnungsbedürftiges Schoßhündchen mit Schleifchen im Haar vor. Dabei sind die kleinen Hunde sehr lebhaft, frech und mutig. Sie besitzen viel Temperament und haben es faustdick hinter den Ohren.

Der Yorkshire Terrier und seine Geschichte

Die Entstehung der Rasse hat eigentlich einen traurigen Hintergrund. Im späten 19. Jahrhundert lebten in den Industriestädten der englischen Grafschaft Yorkshire zahllose Arbeiter. Sie hatten ein hartes und entbehrungsreiches Leben, litten oft unter Armut und lebten in schlechten Verhältnissen. Um die enorme Ratten- und Mäuseplage in ihren Häusern, aber auch in den Fabriken zu kontrollieren, wurden kleine, agile und robuste Hunde gebraucht. So begann man mit der Züchtung der Terrier, die ihre Arbeit oft in engen dunklen Kellern und kalten Fabrikhallen erledigen mussten. Ihr drolliges, niedliches Erscheinungsbild rief dann aber schnell die Adeligen und Reichen auf den Plan, und sie holten die Hunde in ihre eleganten Salons. 1886 wurde die Rasse offiziell anerkannt.

Der Yorkshire Terrier und sein Charakter

Der Yorkshire Terrier ist ein selbstbewusster Hund mit einem großen Kämpferherzen, der auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Seine geringe Größe scheint ihm oft gar nicht bewusst zu sein, denn er tritt auch deutlich größeren Artgenossen unerschrocken entgegen. Sein Auftreten ist forsch, er ist neugierig und weiß genau, was er will, ist aber im Gegenzug auch lernwillig und seinen Menschen gegenüber sehr loyal und treu.

Kann ich meinen Yorkshire Terrier alleine lassen?

Dank des handlichen Kleinformats lassen sich die Hunde fast immer mitnehmen, doch natürlich können sie auch ein paar Stunden alleine bleiben. Bekommen sie vorher und nachher ausreichend Bewegung, Beschäftigung und Zuwendung, ist es in der Regel kein Problem, sie vier bis maximal fünf Stunden zu Hause zu lassen. Länger sollten sie aber nicht alleine bleiben.

Wie viel Auslauf benötigt ein Yorkshire Terrier?

Die aufgeweckten Hunde brauchen viel Bewegung. Sie spielen und toben gerne und lieben Such- und Apportierspiele. Wird ein Yorkshire Terrier nicht genügend ausgelastet, langweilt er sich schnell, was zu unerwünschtem Verhalten führen kann.

Ist der Yorkshire Terrier ein Anfängerhund?

Überraschenderweise eher nicht, auch wenn die geringe Größe darauf hindeutet. Yorkshire Terrier neigen bei inkonsequenter Erziehung zu Dominanz und Größenwahn. Sie besitzen einen natürlichen Jagdtrieb und bellen relativ viel, beides lässt sich aber abtrainieren. Frauchen und Herrchen sollten bei der Erziehung bestimmt, aber auch liebevoll und geduldig auftreten.

Kann ich mit meinem Yorkshire Terrier Fahrrad fahren?

Die kleinen Hunde sind mit ihren kurzen Beinchen nicht in der Lage, mit einem Fahrrad mitzuhalten. Sie können aber gut gesichert in einem geeigneten Fahrradkorb mitgenommen werden.

Der Yorkshire Terrier und seine Gesundheit

Der Yorkshire Terrier ist – sofern er aus einer verantwortungsbewussten Zucht stammt – ein sehr widerstandsfähiger Hund. Dennoch besteht auch bei dieser Rasse eine gewisse Anfälligkeit für Krankheiten. Dazu gehören in erster Linie Augenentzündungen, Herzprobleme sowie die Kniescheiben- und Ellenbogenluxation. Ebenso können Hautallergien auftreten, die sich aber bei guter Pflege in den Griff bekommen lassen.

Welche Pflege benötigt der Yorkshire Terrier?

Yorkshire Terrier haben ein relativ langes, seidiges Fell, das unbedingt regelmäßig gepflegt werden muss. Tägliches Bürsten ist somit unerlässlich. Dafür kann man eine weiche Hundebürste, aber auch einen Kamm mit breiten Zähnen verwenden. Damit das Fell immer schön seidig bleibt und glänzt, darf der Yorkshire Terrier auch hin und wieder gebadet werden. Dafür sollte aber immer nur spezielle Tierkosmetik verwendet werden, da diese auf den pH-Wert und die Haut von Hunden abgestimmt ist. Eine gute Empfehlung sind beispielsweise die milden Produkte der Marke Elbpfoten. Sie enthalten keine aggressiven Inhaltsstoffe, welche die Haut und das Fell der Hunde angreifen könnten, und haben dennoch eine optimale Reinigungswirkung. Auf extrem billige und minderwertige Produkte sollte auf jeden Fall verzichtet werden. Sie enthalten oft sehr kritische Substanzen. Diese trocknen die Haut stark aus und können Juckreiz und/oder Irritationen verursachen. Das wirkt sich natürlich auch auf das Fell aus. Zu diesen Inhaltsstoffen zählen unter anderem Sulfate, Silikone, Isopropylalkohol sowie Polyethylenglykol (PEG). Zudem stehen einige Substanzen im Verdacht, krebserregend zu sein. Dazu gehören vor allem Parabene und Ethanolamin-Verbindungen wie Diethanolamin (DEA) und Triethanolamin (TEA).

Neben dem Kämmen und Baden kann je nach Länge des Fells auch hin und wieder ein Besuch beim Hundefriseur erforderlich sein. Außerdem sollten die Augen und Ohren bei Bedarf gereinigt werden, wofür sich ebenfalls die milden Produkte der Marke Elbpfoten anbieten.

Steckbrief Yorkshire Terrier

Größe: 18 bis 23 cm

Gewicht: bis etwa 3,2 kg

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Fell- und Farbvarianten: mittellang bis lang, dunkles Stahlblau mit hellbraunem Kopf- und Brusthaar

Energiebündel mit Durchsetzungsvermögen

Die dunklen Knopfaugen scheinen kein Wässerchen trüben zu können, dennoch ist der Yorkshire Terrier keineswegs schüchtern, sondern ein sehr selbstsicherer Hund, der unbedingt erzogen werden sollte, denn ansonsten übernimmt er das Kommando. Er eignet sich für Menschen mit Zeit, die seiner Bewegungsfreude gerecht werden und auch zu einer regelmäßigen Fellpflege bereit sind. Wer sich darin wiedererkennt, darf sich über einen lebhaften, lustigen und unternehmungslustigen Partner an seiner Seite freuen.

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